Weltwärts gen Tansania

- Oliver Wichert

Ministry of Jesus Christ

Gerade standen zwei junge Herren vor meiner Tür. Eric und Chris. Ich hatte sie letztens am Tor getroffen. Integrationsbereit wie ich natürlich bin, habe ich nicht widersprochen, als sie meinten, dass wir uns unbedingt mal treffen müssten.

Anders als vielleicht in Deutschland üblich, war das kein leeres Versprechen.Ein Pastor und ein junger Mitarbeiter einer neuen Kirche hier in Omurushaka, wollten ein bisschen mit mir plaudern. Es folgte ein durchaus interessantes Gespräch, in dessen Verlauf sich mein Bild ihrer Glaubensgemeinschaft von „nichts Besonderes“, über „sektenhafte Teufelsaustreiber“ zu „scheinbar friedliche Missionare“ wandelte. „Ministry of Jesus Christ“ heißt diese mir bisher unbekannte Glaubensgemeinschaft, die in Tansania wohl durchaus verbreitet ist.

Während der Pastor nur Kisuaheli sprach, konnte der junge Mitarbeiter gut englisch, weshalb ich mich hauptsächlich mit ihm unterhalten habe.
Er ist in Uganda zur Schule gegangen und will demnächst in Tansania studieren, arbeitet jetzt ein bisschen bei der Kirche zwischendurch und meint damit Gutes zu tun.

Wie immer war das Interesse an Europa natürlich sehr groß. Er habe gehört, dass viele Menschen garnicht regelmäßig in die Kirche gehen würden. So kamen wir dann dazu, im wahrsten Sinne des Wortes über „Gott und die Welt“ zu reden.

Man müsse an Gott glauben. Warum er an Gott glaube? Ja wer habe ihn denn sonst gemacht. Ob er nicht an Darwins Evolutionstheorie glaube? Naja. Aber irgendjemand müsse ja am Anfang gestanden haben. Und außerdem gibt es ja auch den Teufel.




Du glaubst also, dass es den Teufel gibt? Natürlich gibt es den Teufel. Und die Geister. Der Pastor habe schon persönlich welche gesehen.
Interessant, sehr interessant. Wie sehen die Geister denn aus? Woran erkenne ich die? Ja also tagsüber sehen die genau aus wie normale Menschen, aber nachts, die Hexen und Zauberer, komplett nackt und komisch angemalt.
Und wenn sie ihre Kräuter auspacken sind sie unsichtbar und können durch Wände gehen. Sehr gefährlich, ich solle mich in acht nehmen.

Hm. Ich überlegte mir schon wie ich die beiden mittelfristig von der Hexenverbrennung abbringen konnte.
Doch auf meine Frage, was man denn macht wenn man solche Geister trifft, wurde mir nur geraten sich aus dem Weg zu gehen.
Nein so etwas würden sie nicht träumen. Es kämen ja auch Menschen in ihre Kirche und um zu beichten, Geister zu sein.

Langsam kommen wir der Sache mit der Hexenverbrennung näher.

Was wir dann machen? Wir sagen ok, das ist jetzt vorbei. Wir erzählen ihnen von der Bibel und heißen sie herzlich in der Gemeinschaft der Gläubigen willkommen.

Das hört sich ja durchaus vernünftig an. Es kommt mir der Gedanke, dass meine beiden Besucher vielleicht doch nicht komplett verrückt sind. Immerhin sind wir in Afrika, wo es durchaus noch Anhänger von Naturreligionen gibt. Vielleicht gibt es ja wirklich Gestalten die nackt und seltsam bemalt durch die Nacht laufen und mit Heilkräutern wedeln.

Und da diese Gestalten ja immer nur durch Wände gehen, wenn sie gerade unsichtbar sind, sind es vielleicht sogar ganz normale Menschen.

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