Weltwärts gen Tansania

- Oliver Wichert

Geschafft!

Es ist vollbracht, ich habe endlich mein „Resident Permit Class C“ und sitze auf der klimatisierten Fähre nach Sansibar.
Als es endlich hieß, dass ich das Visum abholen könne, habe ich mich zusammen mit Malin auf den Weg nach Dar-es-Salaam gemacht, da wir das Abholen meines Visums mit einem Urlaub auf Sansibar verbinden wollten.
Donnerstag Abend kam mein Chef von einer Konferenz in Deutschland zurück. Zum Glück hatte er gegen die Urlaubspläne nichts einzuwenden. So ging es Freitag Mittag im Bus nach Bukoba. Bukoba ist ungefähr 2 Stunden entfernt (wir brauchten leider vier, aber naja) und eine etwas größere Stadt. Sie liegt direkt am Viktoriasee und ist noch schön übersichtlich, aber doch so groß, dass man „westliches“ Essen findet.
Also haben wir uns den ersten netten Abend gemacht, Snickers gegessen, in Laufschuhen eine herrliche Runde am Viktoriasee gedreht und uns schließlich zum Essen in unserem Lieblingshotel eingefunden. Für mich gab‘s ein tolles Filetsteak in Pfeffersauce, alles für drei Euro. Das findet man wohl nur in Afrika.
Mit dem guten Essen konnten wir (fast) alle Gedanken an den nächsten Tag verdrängen, an dem wir die angeblich 16 Stunden andauernde Busfahrt hinter uns bringen wollten.
Zum Glück war es ein echter „Luxusbus“ und fast nur Asphaltstraße, sodass die Fahrt nicht ganz so schlimm war. Mit ein wenig schlafen, der Audio-Edition des „Economist“, einem aufgeladenen Computer mit Internetstick und viel aus dem Fenster schauen ließ sich die schließlich 19 Stunden dauernde Fahrt ganz gut überbrücken.
Da das günstige Hostel in der Innenstadt schon reserviert war, konnten wir uns einfach ins nächste Taxi und kurz darauf ins Bett fallen lassen - natürlich nicht ohne vorher noch ein bisschen über den Preis zu verhandeln.

Die Nacht war leider relativ kurz. Wie so oft in Dar war Stromausfall und morgens um sieben hatten wir das Gefühl die Generatoren aller angrenzend Nobelhotels stünden auf unserem Balkon. So haben wir den Sonntag früh begonnen und sind erstmal etwas planlos durch die Gegend gezogen.
Schon kurz darauf haben wir einen herrlichen Platz gefunden um ein zweites Frühstück einzunehmen, „City Garden Restaurant“ eine ruhige Oase in der Innenstadt Dar-es-Salaams wo es neben gutem Essen auch noch - entgegen aller unserer bisherigen Erfahrungen in Afrika - sehr guten Service gab.
Dies war der Anfang des großen Fressens, das eigentlich die ganze Zeit in Dar andauern sollte. („Wer weiß wann‘s wieder etwas gibt“, „das hatten wir die letzten drei Monate nicht“, „wie teuer das jetzt in Europa wär...“)
Schon in Urlaubsstimmung waren wir ganz Touri-mäßig unterwegs, mit Sonnenbrillen und kurzer Hose. Sogar einen Abstecher ins Museum haben wir gemacht. Und Pizza gegessen.
Außerdem war am Sonntag das Finale des „Tusker-Cups“, einem Turnier zwischen den Ländern Ost-und Zentralafrikas. Wir sind spontan hingefahren und es hat sich gelohnt, obwohl es keine Tickets mehr gab und wir einen Polizisten bestechen mussten um reinzukommen.
Das Stadion war komplett modern und rappelvoll, aber alles friedlich und gute Stimmung. Tansania hat gewonnen, sodass auch hinterher noch richtig gefeiert wurde (mit Feuerwerk am hellichten Tag - für die Tansanier scheinbar etwas ganz besonderes).

Montag morgen um 8 standen wir dann im Immigration-Office. Nein das Visum ist nicht fertig. Nein, dass ist ja schon so lange her, dass Sie das beantragt haben, kommen Sie mal nächste Woche wieder.
Nach ein wenig telefonieren und beharrlichen Wartens ging es dann weiter, ich konnte bezahlen und habe alle möglichen Zettel bekommen.
Als ich das Visum dann in meinen Pass eintragen lassen wollte die Ernüchterung: Nach dem Bezahlen müssen Sie vier Tage warten, dann können Sie es eintragen lassen, „business procedure“. Da ließ sich nicht viel machen, mit schildern der Situation und ein wenig betteln wurde der Vorgesetzte angerufen, der konnte die vier Tage immerhin auf „morgen früh um 10“ verkürzen.
So ging es enttäuscht zurück ins Hotel, kein Sanzibar heute, kein kühles Nass, nach dem man in der kochenden Großstadt so sehr verlangt. Sehr solidarisch blieb Malin auch noch eine Nacht mit mir in Dar, und wir beschlossen das Beste draus zu machen. Dies ist uns absolut gelungen. Der Höhepunkt war wohl der Besuch im „Kilimanjaro Fitness Center“. Obwohl wir beide nach drei Monaten Trainingspause von unseren Leistungen sehr enttäuscht waren, hat das trainieren so viel Spaß gemacht, dass wir Dienstag morgen um sieben gleich nochmal hingegangen sind. Es war ein richtiges Fitnessstudio, zwar mit alten Geräten aber man konnte praktisch alles machen und es ist ein herrliches Gefühl mal wieder richtig Muskelkater zu haben.
Nach dem Training waren wir dann auch endlich im Immigration Office erfolgreich, auch wenn wir so lange warten mussten, dass wir die Fähre um eins verpasst haben. Naja, dafür haben noch ein himmlisches Mittagessen vom Buffett gegönnt, Urlaub ist Urlaub.

Jetzt freuen wir uns auf paradiesische Strände und einen Tauchkurs auf Sansibar, bevor es hoffentlich pünktlich zu Weihnachten wieder in den Bus Richtung „zuhause“ geht.

Aufgrund von Internetproblemen kommt der Eintrag leider 1,5 Tage zu spät und ohne Bilder - ich hoffe diese werden bald nachgereicht!
Update: Fotos der Reise gibt es hier

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