Weltwärts gen Tansania

- Oliver Wichert

Habari

Viele Wochen alt war der letzte Eintrag, viele Wochen in denen doch einiges passiert ist.
Der Alltag hält immer weniger Überraschungen bereit, man hat sich gewöhnt, ans Dorf, an die Menschen, an die Tiere (naja an den Skorpion im Wohnzimmer noch nicht, aber der hat den Einbruch auch mit dem Tod bezahlt), die Regenzeit kam und ist schon wieder mehr oder weniger vorüber, arbeiten, reisen...

Mein 8 Stunden Arbeitstag ist unverändert, es ist unterschiedlich viel zu tun, mit Stress kann ich gut umgehen. Bei den Projekten, die im Zwischengespräch besprochen worden waren, hat sich leider noch wenig getan. Aber auch an dieses afrikanische Abwarten habe ich mich bereits gewöhnt, mich vielleicht gar schon angepasst.




Vor oder nach der Arbeit bin ich jetzt wieder öfter laufen, nachdem ich nach dem Marathon wegen verschiedener Beschwerden immer wieder pausieren musste. Auch treffe ich mich mehr mit anderen Menschen. Zum Beispiel mit Fred. Fred ist selbstständiger Händler könnte man sagen und hilft nebenbei in einer NGO, die eine Art KiTa ist—einige Kinder bezahlen Gebühren, von denen ärmere Kinder mit versorgt werden können. Mit ihm kann man sich sehr gut unterhalten, er ist einer der wenigen die ich hier getroffen habe, der Dinge auch mal in Frage stellt.

Über Ostern konnte ich ein weiteres Land ein wenig kennen lernen—Uganda. Malin und ich sind am Donnerstag Morgen in Richtung Grenze aufgebrochen. Wir hatten uns für einen sehr kleinen Grenzübergang entschieden, ohne Asphaltstraße aber mit kürzerem und wie wir unterwegs feststellten sehr schönem Weg. Wir wollten die 50$ für das Visum in Tanzania-Shilling bezahlen, was auch kein Problem war, sogar beim Umrechnungskurs ließen die Beamten mit sich handeln. Ob das Geld allerdings jemals die Staatskasse erreicht hat ist mehr als fraglich...




Das ländliche Uganda unterscheidet sich zunächst wenig vom ländlichen Tansania. Keine polierten Häuser entlang der Asphaltstraßen, wie in Ruanda, sondern erstmal schlechte Schotterstraßen, genau wie bei uns. Auch die erste größere Stadt die wir erreichten, Mbarara, war auf den ersten Blick nicht viel anders als die Städte in Tansania. Von da an war der Transport allerdings etwas angenehmer. Die Dalla-Dallas (Kleinbusse) haben mehr oder weniger einzelne Sitze und es kommt kaum vor, dass in einer Reihe mehr als vier Menschen sitzen. Dafür kann man auf den Motorrad-Taxis auch problemlos zu dritt fahren.

Die erste Nacht in Uganda verbrachten wir bei Hannah in einem kleinen Dorf. Es war ein sehr angenehmer Abend und wir konnten gleich in den ersten Geburtstag reinfeiern.



Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Fort Portal, wo wir uns mit insgesamt sechs Freiwilligen getroffen haben. Die Abende waren lang, es gab Osterfeuer, wir haben in einem wunderschönen Kratersee gebadet und waren einen Tag sogar Golfspielen—nachdem wir uns auf dem Second-Hand Markt entsprechend eingekleidet hatten. Alles in allem wieder eine tolle Reise, sodass ich jetzt gut für die nächsten Arbeitswochen gerüstet bin.

Und so viele Wochen sind es leider auch insgesamt schon garnicht mehr. Die fast 8 Monate, die ich nun in Afrika bin, vergingen wie im Flug. Es war bis jetzt eine sehr schöne Zeit, in der ich viel gelernt habe, nicht nur über Afrika, sondern ich hatte auch sonst viele Gelegenheiten zum nachdenken und habe interessante Menschen getroffen. Auch wenn die Arbeit manchmal etwas langweilig ist, bin ich sehr froh mich für Afrika entschieden zu haben. Nun bleiben mir noch knapp vier Monate hier, die mir hoffentlich noch viele spannende Ereignisse bescheren. Ich bin zuversichtlich, dass ich sie noch genießen werde!

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